Die schöne Stadt namens Europa

Wir Kinder des noch jungen Jahrtausends haben andere Kräfte, neue Träume, besseren Überblick und schlechtere Aussichten. Noch sind wir nicht zu gedrückt und stumpf und stur, um uns eine schönere Stadt vorzustellen, ein gemütlicheres Leben im Hinterhof voller Blumen und guter Ideen. Unsere nationale Identität liegt zerrissen in der Lumpenecke unserer kleinen Baumhaussiedlung. Wenn es mal ganz kalt werden sollte, können wir uns ein bisschen mit Deutschland oder EU oder Thüringen oder Erfurt wärmen, aber der großartige Frühling, der uns bevorsteht, lässt uns größer träumen. Unsere sexuelle Identität haben wir auf den Komposthaufen geworfen und da verwandelt sie sich langsam und dringt ins dunkle Erdreich und macht den Boden fruchtbar. Der Name, den unsere Eltern uns gegeben haben, ist nicht mehr als eine Erinnerung an eine brennende Ohrfeige, wenn wir aufhören, uns damit zu identifizieren, können wir noch ein bisschen besser schlafen. Mit dem Namen der Heimatstadt ist es das selbe.