Die besten Befürworter der Demokratie haben einen muffig aristokratischen Habitus und selbst wer an nichts glaubt, fühlt sich überlegen. Jeder, der sich nicht hasst, ist arrogant.
Man soll die Dummen nicht belehren! Es reicht völlig, die Hellen, Schönen, Gewitzten vor der Dummheit zu bewahren. - Es gibt noch viele Gräben, die gezogen werden müssen...
Das permanente Nachdenken über Vergangenes (insbesondere das Bereuen und Bejammern) hinterlässt tiefere Narben als das Vergangene an sich. Eine Frage der verbrauchten Zeit und Energie.
Idiotie: etwas von ganzem Herzen wollen, aber die Mittel dazu aus einer Überzeugung oder Faulheit heraus ablehnen.
Es muss jedem Menschen jederzeit möglich sein, seinen Vor- und Nachnamen nach seinen Wünschen zu ändern.
Der Idealist fürchtet nichts mehr als das Kommende, der Künstler nichts mehr als das Gewesene. Deshalb ist es so leicht, beides zu sein.
Wenn du noch niemanden getötet hast, darfst du dich auch nicht selbst töten.
Jeder Schmerz will, dass du stolz auf ihn bist.
Zwischen dir und diesem Moment liegen Welten.
Du bist gerade dabei, dein Ich zu zerstören. Die Beziehung zu deinem Körper wird sich bald radikal verändern.
Den Schreibstil nachträglich verbessern heißt, Gedanken nachträglich verbessern, heißt Gefühle nachträglich verändern, heißt täuschen. Warum die Eitelkeit? Hast du Angst oder Ekel vor dem, woraus der ursprüngliche Stil kam? Oder glaubst du, du könntest deine Innenwelt an deine Worte anpassen? Dein ganzes Bisher ist nur ein Ei - das gegenwärtig Wahrgenommene ist die Eierschale, dein Geist ist der Schnabel, dieses Buch ist das Picken gegen die Schale.
Die Illusion, die dir das größte Lustgefühl gibt, nennst du zuletzt deine höchste Wahrheit.
Erwachsene haben keinen Geschmack mehr, nur noch Gewohnheiten.
Ich bin etwas Organisches, also ist meine organische Existenz das Einzige, was mir bleibt, wenn ich allen Glauben verloren habe.
Stil ist, wenn man's trotzdem sein lässt.
Du wirst erkennen, dass die Tage der Krankheit und der Verzweiflung und des Wahnsinns dir die nützlichsten sind und die Tage der Zufriedenheit und der Klarheit nur deren Bedingungen. Es wäre schon viel gewonnen, wenn Menschen, die wirklich leben wollen, dies auch enthusiastisch ausdrücken - und diejenigen, die sich mehr schlecht als recht durch das Leben drücken und dabei mehr leiden als genießen, vom Staat erleichtert werden, indem dieser ihnen die Arbeit gut bezahlt und überhaupt vor existentiellen Nöten bewahrt (ohne Scham zu erzeugen). Es ist unerträglich, permanent mit Leuten zu tun zu haben, die keine rechte Lust am Leben haben und nur zu feige oder zu schwach oder zu doof sind, sich umzu- bringen.
Jeder ist nur das Mittel seiner Möglichkeiten.
Drogen zerstören nicht den Körper, sondern reduzieren ihn auf ein notwendiges Minimum.
Lass dir nicht von denen, die nicht wissen oder wahrhaben wollen, was dein Ziel ist, sagen, du sollst vorsichtig sein oder genügsam oder dich so und so verhalten gegenüber den Gefahren, die dein Leben bestimmen.
Es gibt nichts, was sich nicht zu unterbewerten lohnt.
Zum Leben reicht allein die Fähigkeit zu bejahen und zu verneinen und ein unerreichbares Ziel.
Du wartest dein ganzes Leben lang auf einen Traum, der dich wahnsinnig macht.
Das Beste fällt schwer, das Beste fällt tief.
Man muss irgendwie - zur Not krampfhaft und unglaubwürdig - an jeder noch so ernsten, heiligen Sache etwas Lustiges, Lächerliches finden. Alles verdient, durch den Kakao gezogen zu werden. Keine Religion, keine Ideologie, kein Mensch, kein Verbrechen, keine Liebe, kein Traum, keine Wahrheit sollte von Spott und Niedertracht und Lüge verschont bleiben. - Auf alles muss man wichsen und scheißen dürfen.
Dieses Gefühl, langsam von einem dunklen Wahnsinn umkreist zu werden, kann dir niemand beschreiben, nur verschaffen.