bewältigen, meine gewohnte Inkonsequenz raubt meinen endgültigen Eingeweiden das letzte bisschen Hoffnung; die beste Art und Weise für mich zu sterben ist, meinem Körper zu vertrauen, der seit jeher dazu bestimmt ist, in den nächsten Minuten aus dem Leben zu stürzen. Die Essenz des Frühlings
Lass uns aufn Schrottplatz gehen. Lass uns wild und optimistisch und manisch sein, auch wenn es dazu vielleicht keinen Grund gibt, ja gerade weil es dafür vielleicht keinen Grund gibt, ja lass uns sogar wollen, dass es dazu keinen Grund gibt. Fanatisches, autistisches Lodern der Kreativität. So viel Gewalt wie möglich ausüben. Etwas unheimlich Böses erschaffen und sich damit überidentifizieren, sodass man nur noch lachen kann - aber heimlich. Erster Schritt in Richtung eines wunderschönen Faschismus. Der Faschismus als Grundstock für eine fruchtbare Zukunft. Die Nullstunde. Die Geburt. Die absolute Bejahung der tiefsten Konsequenzen, die unser närrisch- verbrecherisches Fühlen verlangt. Die kalte Erhabenheit über Erwägungen und Bedenken, die nicht aus dem selben Körperteil kommen wie unsere Euphorie. Lass uns Brandsätze bilden aus einem Alphabet dadaistischer Urlaute. Die Freisetzung von göttlicher, d.h. Gott-schaffender Energie. Die Selbsthypnotisierung, Selbstauflösung. Ein strammer, reinigender Rausch. Die Ur-Tiefe. Das Universum und das Gehirn - dazwischen ein Spielfeld des Endzweck-freien Trieb- Chaos und der teuflischen, kulturschaffenden Vernunft. Die frühlingsfrischen, kraftvollen, surrealen Träume und eine Sphäre mütterliche Sicherheit für ihre Realisierung. Meta-Politik. Meta- Psychologie. Meta-Kunst. Meta-Leben. „Faszination Ekel“ und „Abenteuer Untergrund“. Das bedenkenlose, lustige, lüsterne, naive Lügen, Hochstapeln, Phantasieren aus ganzer Leibeskraft, das ewig- ehrwürdige, unbefleckbare Pathos der Kindheit, das immer fortwährende Stottern und Stolpern über letzte Gewissheiten. Der Mut zur übergroßen Geste, die Melancholie eines ganz einfachen, zarten und doch unzerbrechlichen Glücks, die Melancholie der über- und unter- und metaseligen Lebendigkeit, die Melancholie des sicheren Sterbens in den Wonnen der ersten und letzten Ekstase. Die Freiheit zu jeder Tat, die geschickte Nadel, das zickige Messer, der aphrodisierte Vorschlaghammer. Unglaublicher Lärm beschützt uns vor dem leeren Gähnen des nimmersatten Nihilismus, den wir im Hof angebunden haben, um Einbrecher abzuschrecken. Die Masken des Bösen machen uns empfänglich für das, was die Welt im Inneren zusammenhält, lassen ein frisches, naives, dunkles, gefährlich- gesundes HERZ in uns erblühen, dass uns in seiner vollendeten Rhythmik den Weg unserer Selbstauflösung zeichnet - Erlösung ohne Netz und mit doppeltem Boden. Unser Kreuz, das wir tragen, ist nur das Brennholz für kuschelige Winterstunden. Wir kotzen uns vor Erregung die Lunge aus und mischen das Erbrochene mit altem schamanischen Zauberhumus und segnen onanierend diesen alles-versprechenden Boden und pflanzen darauf den perfekten Baum für unser Baumhaus, den wir in
unserer Kindergartenzeit vergeblich gesucht haben. Wir gründen Familien, ziehen singend und polternd und raubend und plündernd und völkermordend und übermenschlich glücklich über die Erde und liegen selig im Wahn eines seltenen Fiebers und warten auf den Schnitter.