Aufforderungen zum Sturz (Destruktion)

Aufforderungen zum Sturz

Dein Körper will auf seine Kosten kommen. Das ist der Sinn deines Lebens. Dein Verstand soll nicht mehr sein als ein Werkzeug dafür.

Denken ist ein permanentes Wüten und Versuchen und Randalieren - ein Suchen nach etwas, was nicht kaputt geht. Du bist, was du nicht kaputtdenken kannst.

Man kann keine unabhängige Realität finden, weil man keine unabhängigen Sinne hat.

Mein Unglück: ich glaube mir selbst, wenn ich genug Sauerstoff im Gehirn habe.

Wenn man sich vorstellt, gleich auszuticken, ist man bereits ausgetickt.

3

Es gäbe viel weniger, woran ich mich festhalten könnte, würde ich mich regelmäßig waschen.

Die Leute auf den Straßen tun so, als würden sie mich nicht sehen, sie spüren die Leere in meinem Gehirn herumbaumeln wie die Klöten eines metaphysischen Stieres. Ich bewerfe sie wahllos mit kleinen Kieselsteinchen, sie merken nichts davon, ich liebe es mich auf diese Weise in die Welt einzubringen.

Meine Handlungen sind der Schwanz meiner Träume, die die Wirklichkeit befruchten wollen.

Eine Wahrheit, für die man sterben würde, ist nichts wert. - Jede Wahrheit verdient eine Lüge, die sie kaputt macht. Die Lüge geht viel tiefer noch als jede Wahrheit reichen könnte.

Ich kann mein Gesicht nicht sehen, aber ich weiß, es ist hässlich, weil es nicht die Leere ausdrücken kann, die mich auf Kurs hält. Sie pumpt meine Gedanken auf und sie wollen einfach nicht platzen:

Kälte ist tollpatschige Wärme. Jeder Glaube ist nicht mehr als eine übertriebene Hoffnung. Meinungen sind die giftigen Verdauungsendprodukte des Geistes. - Verzweiflung scheißt Liebe. Gleichgültigkeit ist entzündungshemmend. Leben ist vorübergehend verwesender Tod.

Wer wachsen will, soll essen. - Wer leuchten will, soll fasten.

Du hast keinen Körper, du bist der Körper. Deine größte Scham ist mit deinem stärksten Talent verwachsen.

Gegen Selbstironie hilft Pyromanie.

Dir gehört nur das, was du vernichten kannst.

4

Wo Winter gepredigt wird, müssen Steine fliegen.

Verzweiflung ist ein zeugender Akt.

Sie sagen, nur der Wind darf die Äpfel von den Bäumen holen. Aber wir sind so hungrig, dass wir nicht die Geduld des Windes haben können.

Unsere Sehnsucht ist ein fettiger, immer größer werdender Oktopus, der ganz langsam den Körper übernimmt wie ein lernbehindertes Kind einem anderen lernbehinderten Kind das Spielzeug klaut.

Diese infantile Lust auf Menschenfleisch!

Ich frage mich, ob es etwas Ungeheuerliches gibt, was alle Menschen wissen, aber nicht auszusprechen, ja nicht mal zu denken wagen. Ich hoffe, ich würde mir wagen, es zu denken und auszusprechen, wenn ich wüsste, was es denn sei. Ich habe so eine schaurige Ahnung.

Mir wird schwindlig wenn ich höre, wie sich im Bus hinter mir Dorfdisko-Nasen über das Wetter unterhalten und einer von ihnen die Frühlingssonne als „arschgeil“ bezeichnet. Es gibt so viele Leute, die keine Musik und kein Sonnenlicht verdient haben.

Schön wäre es, wenn es normal wäre, dass man sich auf der Straße und überall verkleidet und maskiert.

Es muss so viel Städte wie Musikgruppen geben und so viel Staaten wie Musikgenre.

Kalter Sex und ein saftiger Tod rumpeln in unserer Hinterkammer, während wir von einer perfekten Welt reden.

Gebratene Soldaten schmecken wie gebratene Schweine.

Die Geilheit, die ein Soldat empfindet, wenn er eine Uniform und Maschinenpistole trägt, kann er sich vielleicht schwer eingestehen, sie gleicht aber jeden Nachteil des Berufes aus.

Das Fernsehen ist ein Rettungsring - deshalb kommt es nicht auf den Grund.

Das Internet ist die gläserne Kanalisation der Menschheit.

Würde jemand hunderte Menschenleben retten und sich später als gesuchter Kinderschänder herausstellen, würde der ganze Springerkonzern implodieren und aus unserer Dimension verschwinden.

5

Nur Idioten ertragen den Gedanken, dass es etwas Wichtigeres als sie selbst gibt.

Der Staat ist das Abstellgleis der Menschheit.

Institutionen sind die Krückstöcke der Menschheit: sie verderben auf Dauer die Kraft ihrer Beine.

Diese Konservativen, die meinen sie hätten verstanden, was die Menschen zum Leben nötig haben, sind Pessimisten - ob sie's wissen oder nicht.

Freiheit ist immer mehr, als man darf.

Wenn ein Staat will, dass die Menschen sich in ihm wohlfühlen, dann muss er dafür sorgen, dass juristische Beistände unnötig werden. Der aufgequollene Behördenapparat ist genau so unfreundlich und niederträchtig wie man es von Deutschen erwarten darf. Jedes Volk hat seine Regierung verdient.

Der Ostdeutsche macht fast immer ein finsteres Gesicht: er kann nicht anders, weil er gelernt hat, sich als Ostdeutscher zu fühlen.

Es gibt für jeden Menschen ein totälitäres System, in dem er glücklich werden kann.

Die Entrechteten, die Enttäuschten und Besiegten haben schon immer alles besser gewusst, deshalb soll man ihnen nicht die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdient haben.

Glücklich der, dem die Reize der organischen, fleischlichen Natur sinnvoller sind als jene der Worte und Mutmaßungen - wer in allem nur Mittel sieht und Zwecke nur erfindet aus Liebe zu bestimmten Mitteln.

Die, die sich gestalten wollen, die im Wandel bleiben wollen, die sich wandelnd immer wieder finden und verlieren wollen sind so vielversprechend im Gegensatz zu denen, die in der Ecke hocken, sich im Spiegel anschauen und warten, bis jemand kommt, der sie mitreißt.

Die vollkommenste Tat ist die, die nur deshalb begangen wird, weil man mutig genug dazu ist.

*

Hör auf zu essen, hör auf Miete zu bezahlen, umgibt dich mit Menschen die du auf den Tod nicht ausstehen kannst, begib dich so borniert wie nur möglich in Situationen, die deine Selbstverteidigungsinstinkte wachhalten. Behaglichkeit macht träge, Trägheit macht fromm, Frommheit macht alt. Wer keine Angst vor dem Alter hat, hat sich als Kind nie im Wald verlaufen.

Ich wünschte, ich könnte so herzlich lachen wie meine süße, allmächtige Unsicherheit lacht. Sie sitzt fest im Sattel meines Herzens, mit allem spielend gibt sie mir, mir allein die Richtung vor.

Die provisorische Gewissheit, dass ich nirgendwo hingehöre und die unendliche Gewissheit, dass ich jemanden wahnsinnig liebe, kämpfen in mir wie zwei alte, müde Widder unter einer blühenden Trauerweide, die zum Abriss markiert ist.

Man kann seinem Blühen oder Welken immer nur zusehen und sich höchstens parfümieren: den Lauf der Natur hält man nicht auf, man ist ihm unterworfen wie die Erde ihrer Umlaufbahn.

Die düstere Absolutheit meiner Biologie ist das stabilste Bollwerk gegen meine Überforderung von der Stadt.

6

Ich habe gestern eine Sternschnuppe aus deinen Haaren gepflückt, als du geschlafen hast. Dann hab ich sie ordnungsgemäß das Klo runtergespült. Du alte Hexe!

Meine Gedanken sind ungebetene Gäste, die mit ihren verlogenen Gesichtern meine Wohnung durchwühlen: "Mit Selbstbewusstsein sieht man besser aus, aber man kann nicht besser sehen. - Wahrnehmung scheißt Wahrheit, spül sie runter! - Der Eiffelturm weiß nicht, dass er berühmter ist als seine Einzelteile. Licht hat keine Dunkelheit nötig, die Dunkelheit kein Licht. Die Existenz zieht dem Nichts die Schuhe aus. Wahrnehmung scheißt Wahrheit, spül sie runter!"

Es gibt keine bessere Möglichkeit, seinem Leben eine stabile Form und eine deutliche Richtung zu geben, als irgendeiner Sucht zu verfallen. Alles andere ist Ironie und die will in keine Richtung, die bleibt immer an einer Stelle, die hat keine Form.

Fanatismus ersetzt Authentizität, Fanatismus ist besser als Authentizität. Langeweile ist besser als Erwerbsarbeit. Melancholie ist eine Waffe.

Die Menschen, die Dogmen wörtlich nehmen, stehen denen, die Dogmen poetisch nehmen, mit großer Ungläubigkeit gegenüber. Nur ein Skeptiker kann zwischen ihnen vermitteln.

Durch Müdigkeit drückt der Körper aus, dass er erstmal genug verstanden hat.

Am schlimmsten leidet man an einer Sache, wenn man dagegen nur Mittel hat, die wider den eigenen Geschmack gehen.

Der eigentliche Grund, weshalb man sich Freunde hält ist die Hoffnung, dass sie irgendwann einen großen, markerschütternden Satz sagen, der alles verändern wird.

Eine Ehefrau muss ihren Mann töten können, ohne von der Gesellschaft gleich als Bedrohung angesehen zu werden.

Die Werte, die am Familientisch herrschen, halten die Scham zusammen, die die Familie zusammenhält.

Der Weg zur Vollkommenheit ist überströmt von Blut. Wer sich der Schönheit nicht opfern will, muss gezwungen werden.

Dieser abstoßend Hässliche stößt vielleicht nur eine Schande, eine Krankheit, einen Ekel von sich ab und sieht deshalb so hässlich aus. Geben wir ihm etwas Zeit und Ruhe.

„Jeder Tag will vergessen werden.“, sprach die Eidechse und ich rupfe ihr den Schwanz aus.

Ich bin nur glaubwürdig, wenn ich die Leser mit eitlen Metaphern vollhuste, weil ich selbst nur eine eitle Metapher bin.

Die sandpapierne Euphorie, die meine Ahnung, was mal aus mir werden wird, in mich hineinschieb wie Weißbrot in einen Toaster, übersteigt die Möglichkeiten aller mir bekannten Musikstücke.

Jeder sollte einen Presslufthammer bedienen können. Ich kann es nicht.

"Come on baby, shake my maybe, because my maybe is shaking you.", singt der Clown mit dem schwarzen Gesicht. Die Hoffnungen, die er weckt, werden die ganze Stadt in Aufruhr versetzen; folgt ihm, folgt dem Clown mit dem schwarzen Gesicht!

Einfache Worte für eine instabile Welt: wo ein Trieb ist, ist ein Weg - wo ein Weg ist, ist vielleicht ein Ziel.

Alles Lebendige muss in Bewegung bleiben bis es verzweifelt, verzweifeln bis es blutet und bluten bis es blüht und blühen bis es fruchtbar wird und zeugen kann bis es stirbt.

Das Leben ist die Wartezeit auf den richtigen Moment für Selbstmord.

Wer nicht lang genug wartet, geht an seinen Mitmenschen kaputt. Wer zu lang wartet, geht an sich selbst kaputt.

Die Folge einer Handlung gehört nicht zur Handlung - wie der Schatten nicht zu irgendeinem Körper gehört. Wenn du wissen willst, wer du bist, steigere dich in all deine Ungewissheiten hinein und finde nicht mehr hinaus.

Es gibt Kunst, die deiner Sehnsucht Grenzen setzt und Kunst, die deine Sehnsucht grenzenlos werden lässt. Wähle, was du ertragen willst.

Manchem Depressiven wäre schon geholfen, wenn er ab und an sein Raum- und Zeit-Gefühl sabotieren könnte.

Es ist ein gutes Zeichen, wenn man von wilden Naturvölkern träumt. - Überhaupt ist es ab einem gewissen Punkt wünschenswert, Einbildung und Realität nicht mehr auseinanderhalten zu können.

Die Vergangenheit ist dazu da, unseren Sturz in die Zukunft abzufedern. Du treibst auf der Welle des Älterwerdens in dich hinein. Manches Kind hat sich aus Angst vor dem Sterben vor aller Welt versteckt. Eine Bohrmaschine ist das beste Mittel gegen kafkaeske Verstimmungen. Am Ende der Gleichgültigkeit fängt sie erst an, nötig zu werden. „Wenn alles Scheiße ist, kannst du den Überblick nicht verlieren.“, sprach der Kotfresser. Die Prinzessin wollte die Erbse essen und ist daran erstickt. Wie der Leopard den Wilderer frisst, so fresse ich mein Leben.

7

Alles kommt aus den selben Öffnungen und fließt in die selben Tiefen.

Ich will nicht ankommen, mit nichts verwachsen, ich glaube keiner Spur die zu mir führt.

Jede Information kannst du knicken! Finde die Sollknickstelle! - Meine Wirrnis hebt mich über mich selbst hinaus, in eine Höhe jenseits aller Wetter. In dem Bett ist ein riesiger Blutfleck. In diesem Kopf leuchtet eine Sonne, die in einen spitzen Pfeil stürzt. Nackte Klamotten. Sehnsuchtströdel. Gehirnpenis. Sandpapier. Der April ist das schönste Tier. Frühjahrsoffensive. Koffein-Schock. Gospel. Blauer Hals. Die Morgensonne findet statt. Du holst dir ein Messer.

Jedes Wort schläft und träumt von allem, was es nicht bezeichnet.

Jedes Wort ist ein Loch.

*

12

Niemand I

August, 2014

1

Ein Nachmittag. Das weiche Poltern der Mülleimer im Hinterhof, ansonsten drückende Ereignislosigkeit. Ich schleiche an meinen Wänden entlang, unverwickelt in die Geschichte, unbeurteilt von allen Geschichtsträchtigen. Die aggressive Ruhe verspannt meine Schultern, neutralisiert mein Gesicht, keine Regung verrät alles über meinen grauen Frieden mit der Welt. Einzig der Vogelgesang bringt etwas Lust und Kontur in den Tag. Was sühne ich hier?

Die Freude auf den Herbst trägt mich durch den langweiligen Alptraum des Hochsommers. Ich habe keine Lust, Leute zu treffen, bald fahren Bagger durch meine Wohnung. Vielleicht kann ich tagsüber bei Felix im Keller schlafen. Ich mag die Ungewissheit der Zukunft, den kalten Druck gegen meine Brust. Je weniger feststeht, desto mehr ist möglich. Ich versuche mir so wenig wie möglich Hoffnung zu machen. Ein bisschen Angst, zu verblöden.

Ich rücke mir immer mehr auf die Pelle und finde nichts mehr als Pelle.

Meine Starre: ich weiß, dass ich etwas dringend tun will, aber weiß nicht, was. Der Drang ist so stark, aber ich weiß nicht, wohin. Alles was ich tun könnte, würde mich doch bloß erinnern, dass etwas Anderes viel dringender zu tun ist.

"Man ist umso weniger wählerisch, je erschöpfter man ist." : Ein kühler Trost für Künstler, Verliebte und Hoffende, eine Warnung an Demokraten und eine Ermutigung für künftige Despoten.

Um nicht die restlichen Konturen meines Ichs in der Überfülle an Möglichkeiten aufweichen und verschwinden zu sehen, darf ich den Mut zum Verneinen nicht verlieren. Hypersensibilität verzehrt. Was ich bejahe ist abhängig von dem, was ich verneine. Ich muss die Zügel in die Hand nehmen, bevor ich die Lust verliere, der Ratlosigkeit die Stirn zu bieten.

Die Musik erweitert das Möglichkeitsspektrum der Nacht.

Man muss nicht jeden Tag leben.

Das Lustigste an meinem Leben ist, dass ich mein Elend genießen will wie andere ein Musikstück oder ein Sonnenbad genießen wollen.

Die Unermesslichkeit der Maschine, die mein Geist ist, offenbart sich mir, wenn ich die Augen geschlossen habe.

Sich vom Zweifel erfüllen lassen wie man sich nur noch von einer Utopie erfüllen lassen könnte, bedeutet, sich in den verbotenen Wald zurückzuziehen, während die anderen Kinder sich in der Wirklichkeit einer kleinen, grauen Stadt verzetteln. - Die schwarze Müdigkeit hinter meinen Augen rettet mich vor der gleißenden Müdigkeit, die die Sonne über Europa strahlt.

Je mehr ich über mein Eingeklemmtsein nachdenke, desto größer wird meine Lust, das Leben gegen den Baum zu fahren. Ich drücke meine Lust gegen das Leben - und versuche in einen Zustand zu gelangen, in dem ich nicht mehr wissen kann, wie diese Begegnung am wahrscheinlichsten endet - und verändere damit tatsächlich noch die Wahrscheinlichkeit.

Das Elend, zu speziell zu sein, hält dem Elend, nichts besonderes zu sein, die Waage. Individuum sein heißt einsam sein.

Alles, was uns besonders macht, trennt uns von der Menschheit; alles was uns mit Anderen gemein macht, drangsaliert uns.

2

Skeptizismus ist die einzige Einseitigkeit, die ich ertragen kann.

An mir bleibt nichts kleben und ich werde trotzdem älter. Kannst du verstehen, wie erniedrigt ich mich deswegen fühle?

Am Ende des Tages steht immer eine rote Ziegelmauer, die von unseren Träumen Stück für Stück abgetragen wird. Der Schlaflose starrt sie an und glaubt, das Universum ist eine rote Ziegelmauer.

Leben heißt: offene Türen einrennen.

Es ist nicht möglich, das Leben nicht zu verschwenden.

Ich hasse es, so zu tun als würde mir dies und das etwas bedeuten; meine eigene Heuchelei widert mich so derart an. Eines Tages werde ich mich adäquat ausdrücken können.

Nichts gehört mir, ich bin für nichts bestimmt, je mehr ich über etwas nachdenke, desto kälter werde ich, seht nur, wie ich immer mehr nachlasse, während die Musik lauter wird und das Licht heller und meine Wohnung immer größer. Lieber bin ich ein verkrampfter, zappelnder Schriftsteller, der sich nach irgendeiner Besessenheit sehnt, die er ausleben kann, als ein kleiner, ordentlicher Mensch, der auf halber Flamme sich in den Dienst der Anderen stellt.

Warum kann man nicht allein leben? Warum muss man Andere bezeugen lassen, dass es einen gibt? Weil man selbst nichts glauben kann, man kann nur Andere glauben machen.

Man kann umso leichter sterben, je mehr man zurücklassen würde.

Ich verlange von mir über Schwellen zu stolpern, die es gar nicht gibt.

Der Gedanke, dass ich jetzt irgendeine große Sache anstiften muss, lässt mich in all seine Schwammigkeit versickern.

Je mehr ich mir eine Alltagsstruktur versage, desto vergesslicher werde ich, desto unfähiger werde ich, schöne und schreckliche Erlebnisse einzuordnen und abzuspeichern, was dazu führt, dass ich mich an nichts gewöhnen kann, dass eine Verliebtheit oder eine Angst oder eine Niedergeschlagenheit immer wieder etwas Neues für mich ist. Ich habe das Gefühl, nicht zu altern, weil ich nichts zu lernen scheine, weil ich nicht abstumpfe, weil ich immer mit der gleichen Ratlosigkeit reagiere.

3

Ich hab Lust, die Leere auszuhalten und auszusehen wie ein unbeteiligtes Kind, das Herz aus Langeweile abgetötet und endlich Frieden geschlossen.

Warum sollte sich jemand bewegen, der unglücklich verliebt ist? Ich stelle mir vor, wie die Zimmerdecke über mir zusammenstürzt. Es gibt jemanden, den ich küssen will und ich werde ihn niemals küssen. Die Zimmerdecke stürzt nicht über mir zusammen, also muss ich mir überlegen, was ich mit diesem Tag anfange, der so sinnlos offen, betäubend geräumig, warm und grell und stinkig vor mir liegt. Die Zeit vergeht einfach, häuft immer mehr Abwesenheit um mich herum an, alles was ich rede und tue und fühle ist nur noch eine fade, ironische Geste, weder dramatisch noch ästhetisch interessant.

"Achte auf die Belastungsgrenzen deines Gehirn. Alle Materie hat Belastungsgrenzen. Trau dir nicht zu viel zu, wenn du die Kontrolle über dein Leben behalten willst." - "Quatsch, Irrationalität ist meine letzte Chance, und bald werde ich mich trauen müssen, sie zu nutzen. Gründlich zu nutzen. Vernünftig sein kann jeder." - "Durchdrehen ist total einfach. Man muss nur ein BISSCHEN konsequent sein."

Man muss nicht immer etwas denken und fühlen. Man kann auch einfach ein bisschen tot sein. Das geht am schnellsten in irgendwelchen bunten Bars, aber so eilig hab ich es noch nicht. Ich mag es, ambivalent im Ungefähren zu wabern und irgendwann, wenn das Wetter günstig ist, ein bisschen fanatisch an irgendwas zu basteln, an einem Buch, an einem Lied, an einer Romanze...Alles wird katastrophal enden. Das ist die Gewissheit. Deshalb sind wir ja da, um es katastrophal enden zu lassen. Das mag dir zu pathetisch sein, mir scheint es sogar zu pathetisch, dem Leben gegenüber positiv oder gleichgültig eingestellt zu sein.

Für mich hat das Leben nur eine Rechtfertigung, wenn ich weiß, dass es irgendwann oder schon ganz bald katastrophal enden wird. Ohne meine Sehnsucht nach einer finalen Katastrophe könnte ich meine vielen Katastrophen der Vergangenheit und Gegenwart nicht rechtfertigen. (Keine echte Katastrophe kann gerechtfertigt werden - wenn etwas gerechtfertigt werden kann, ist es keine Katastrophe mehr. Bloß die finale Katastrophe kann für den, der sie erlebt, eine Rechtfertigung haben.)

Irgendwann werden alle Strukturen aufbrechen, es wird keine Bedürfnisse mehr geben, nur noch die Sehnsucht nach einer Ewigkeit Nichts - mit einem kleinen Klick, einem kleinen Schritt, einem kleinen Mut lässt sie sich erfüllen. Es ist so skandalös einfach, dass ich heulen könnte. Aber es könnte schlimmer enden - und ich will auch, dass es schlimmer endet.

Ich möchte keine Geschichte haben, ich möchte nicht an einer Vergangenheit hängen. Es wird nie mehr so schön werden wie früher... Mehr muss ich nicht wissen. Entweder alles bewegt sich auf einen großen Knall zu oder man verblasst und wird schwächer und stumpfer. -

- Soll die finale Katastrophe im Altenheim stattfinden oder nicht? Das ist die zentrale Frage.

Nur weil du das liest, bist du nicht im Zentrum. Nur weil du existierst, hat das Universum kein Interesse an dir. Ich hasse Leute, die über das Universum reden. Ich bin nur ein Soldat, der seinen Befehl sucht, ich bin nur ein Liebender, der ein Herz zum Brechen sucht. Ich hasse Leute, die über Herzen reden. Wenn Musik kommt, dann setz dich hin und sei ruhig, wenn Worte kommen, dann versuch nicht zu urteilen, ich hasse Leute, die urteilen. Mein Schreiben ist nicht das Zentrum dieses Gedichts, mein Ich ist nicht das Zentrum dieses Zimmers. Ich hasse es, wenn ich versuche, im Zentrum von irgendwas zu sein. Versuch nicht erst, glücklich zu sein, versuch nicht erst, bei dir zu bleiben. Schau einfach in den Himmel; demonstriere deine Freiheit indem du dich auflöst.

4

Wenigstens das, was nicht ewig ist, ist absolut nichts wert.

Alles Gewesene ist Brei. Die Zukunft ist eine Schüssel für noch mehr Brei. Und die Gegenwart ist das Rühren des Breis.

Das Leben ist ein Selbstgespräch in einem grusligen Garten. Ich zünde die Kerze meines Schweigens an, um mir den Weg zu leuchten zum Schafott meiner Gleichgültigkeit.

Innere Widersprüchlichkeit ist das einzige Prinzip, auf das ein Skeptiker reitet. Seine "Prinzipienlosigkeit" ist das einzige Prinzip, an das er sich bisher halten kann, ohne zu glauben, dass das für immer so sein wird. Wer auf trockne, mathematische, gymnasiale Diskussionen steht, hat Schwierigkeiten zu verstehen, dass das "Prinzip" der Prinzipienlosigkeit gar kein echtes Prinzip, sondern nur eine Metapher ist. -> Ich weiß nicht, ob ich jemals an etwas glauben kann. -> Bevor du mich wegen etwas kritisierst, überleg dir, ob ich mich selbst nicht schon genau so dafür kritisiere. Vielleicht bin ich bloß unfähig, nichts Produktives mit meiner Selbstkritik, meinem Selbsthass, meiner Selbstverleugnung anzufangen, aber dafür muss ich nicht kritisiert werden... ein bisschen Hilfe wäre da nützlicher.

Erst wenn man die Worte zerstört, gelangt man unter die Oberfläche des Bewusstseins.

Wenn es kein festes Ich gibt, gibt es keinen festen Autor und keinen festen Stil und absolut keine Instanz, die entscheidet, was geschrieben und was nicht geschrieben werden soll. In diesem Fall - die Neurologie sieht ihn als gegeben an - ist es genau so aufrichtig, alles wie garnichts zu schreiben.

Wer unsicher ist und darüber schreibt, ist nicht so unsicher wie jemand, der in seiner Unsicherheit nicht schreibt. Daher kann eine konsequent skeptische Literatur nur auf ihre Selbstzerstörung aus sein. - Ich will nichts tun, denn ich habe nichts zu geben.

Jedes Tier kann gleichermaßen brutal und zärtlich sein, genauso jeder Mensch. In misanthropischen Verstimmungen finde ich diese extremen Züge des Menschen so abstoßend, dass ich glaube, nur bei einem mittelmäßigen, sterilen, von allen Affekten und Bedürfnissen gereinigten Menschen zur Ruhe kommen zu können. Ich wünschte, ich wäre mit einem talentlosen Autisten befreundet, mit dem ich mich von Zeit zu Zeit in eine eigenschaftslose Zweisamkeit zurückziehen kann.

Nachts. Hab ich je richtig geschlafen? Ich fühl mich wie ein Gespenst, wenn ich von Unberührbarkeit niedergedrückt durch die Straßen ziehe und mir vorstelle, dass gleich tausende Leberflecken meine Haut überfallen. Der eine da an meinem linken Zeigefinger sieht schon dunkler aus als sonst. Abgetrennt von der Welt der Anderen suche ich Halt in der Uferlosigkeit meines ermatteten Körpers. Ich kann mir keine entspannte Zukunft vorstellen. Ich stecke im unannehmbar Gegenwärtigen, ein Loch, das die Vergangenheit gegraben hat. Seit Jahren immer wieder die selben Erschütterungen - unterschiedliche Auslöser, aber im Grunde ein und das selbe: die Gewissheit, dass ich aufgrund einer körperlichen und geistigen Behinderung inkompatibel bin mit einem normalen, glücklichen Leben an der Seite eines gemütlichen Menschen. Jedes kleine Missgeschick, jeder elende Zweifel, jede dumme Angst bläht diese Gewissheit stetig auf, bis sie mich total erfüllt und auf den Boden drückt. -- Ich lege mir - es sieht wie ein mutiger Trotz aus, aber es ist nur ein Symptom meiner Krankheit - einen Dorn Easy-Listening-Musik in den Kopf und dreh mich im Kreis. Ich denke an meine Freunde, an ihre Gesichter, ich stelle mir ihre Intensionen vor, ich neide ihnen alles. Ich schäme mich dermaßen vor diesem Neid, dass ich in Tränen ausbrechen möchte, aber selbst dafür bin ich zu entartet. Ich sehe in allem, was mir nicht gleichgültig gegenübersteht, einen Grund, zu verschwinden - ich muss nur richtig hinsehen. Da! Siehst du? - - Irgendwann hat man alle interessanten, kreativen Möglichkeiten der Schlaflosigkeit aufgebraucht. Irgendwann gibt es einfach nichts Neues mehr zu erkennen und schon garnichts mehr zu tun. Ich weiß, dass ich alles verstanden habe, was es an meinem Leben zu verstehen gibt. Ich lebe, um sinnlos zu leiden. - Warum steig ich nicht aufs Dach und werf mich runter? Weil meine Freunde es nicht verstehen würden? Weil meine Mutter weinen würde? Mein Selbstmord wäre nur der Gipfel meiner Abartigkeit, mit ihm würde ich alles Elend für immer und für alle sichtbar besiegeln. Nein, ich muss etwas viel Unerträglicheres, Unmöglicheres tun: am Leben bleiben.

Eine der seltsamsten Genießbarkeiten: mit Ambientmusik (z.B. von Stars Of The Lid) eine angespannte, fast überspannte Schreibblockade sublimieren, aushebeln, sich in eine Unartikulierbarkeit hineinsteigern, die fest verbunden mit der eigenen Existenz ist, bis all die diffusen, uninteressanten, nervtötenden Bruchstücke von Gedanken und Halbgedanken, Gefühlen und Halbgefühlen beginnen mit den ätherischen Schwingungen der Musik zu verschmelzen. - Ich habe nichts zu schreiben, es gibt keinen mich überzeugenden Einwand gegen diese Schreibkrise, ich wüsste nicht, warum ich etwas schreiben sollte... Langsam verschwindet der Druck, mich auszudrücken... Die Erleichterung, die ihm folgt, ist das Höchstmaß an Aufrichtigkeit, das ich jemals werde leisten können. - Was tun, wenn nichts mehr zu sagen und erst recht nichts mehr zu tun, aber schlafen unmöglich ist? Versteck dich vor der Welt, reagiere auf nichts mehr, glotze den grauen Morgenhimmel an ... nähere dich so einer namenlosen Angst, die das endgültige Verschwinden der Individualität, der Kreativität, der Nützlichkeit ankündigen will.

*

13

Niemand II

Depersonalisation: wenn man permanent Dinge sagt, mit denen man sich nicht identifizieren kann, weil es scheinbar nichts gibt, womit man sich identifizieren kann; wenn man permanent Dinge tut, mit denen man eigentlich nichts anfangen kann, weil sie nichts mit einem selbst zu tun haben können, da man gar kein Selbst hat, aber man die Dinge tun muss, weil man nicht nichts tun kann; wenn man permanent jemand ist, der man nicht sein will, weil man gar keinen festen Willen in sich spürt, irgendetwas zu wollen und wenn, dann hat man sich für den Willen nicht entschieden, und so erscheint alles, was man denkt und tut und darstellt, als nicht gewollt. - Der Trieb sich ins Zimmer einzuschließen und Peter Brötzmann laut aufzudrehen und zu warten, bis die Polizei kommt und die Tür aufbricht. - Permanentes, animalisches Gebrüll „Ich bin nicht das da! Ich bin nicht das da! Ihr versteht mich nicht, ihr verdammten Faschisten! Ich verstehe meinen eigenen Seelenfaschismus nicht!“

Alles was man sagt, ist bewusst oder unbewusst ironisch gemeint.

Das einzig Wahre ist die Idee, dass du nicht der bist, der du bist, weil du nicht das tust, was du tun willst, weil du auch immer Gegensätzliches will, immer auch Unmögliches willst und ein Wille niemals eine Handlung oder einen Gedanken oder ein Gefühl verursachen kann. Die Distanz, die Lächerlichkeit, die Unfähigkeit die Wurzel zu packen. Der Körper ist das stärkste Argument. Die Philosophie des Körpers: wachsen und sterben. Lust.

Solltest du dein Verhalten ändern oder solltest du wie bisher fortfahren? Diese Grundfrage entschleunigt meinen Koffeinrausch und sorgt dafür, dass ich mir keine Fleischwunden beim Durchstolpern des Treppenhauses zuziehe. - Wenn du dein Verhalten ändern willst, um auf die richtige Seite, auf meine Seite zu gelangen, musst du dich nur vergewissern, dass es kein festes Ich gibt. Wer in dir will Herr über deine Eigenschaften werden?

Wenn man sich in einer schäbigen Garage verliert, ist man jemand Anderes als auf einer warmen Blumenwiese. Weil es kein festes Ich gibt, kann man nur authentisch sein, wenn man sich voll und ganz mit der Umwelt identifizieren kann. Wer ist das in mir, der sich mit etwas identifiziert? Die Suche nach dem wahren Selbst ist im Grunde nur die Suche nach einem optimalen Apartment, wo man arbeiten und dösen und lieben und scheitern kann wie man will. Wer ist das in mir, der arbeitet und döst und liebt und scheitert? Ein Phantasieprodukt. Ein Gedanke. Die Vorstellung, wie Andere mich sehen könnten. Diese Vorstellung ist schwer zurückzuweisen. Das Bild, das wir von uns selber haben, ist bestimmt von dem Bild, das die Anderen unterstellen von uns zu haben. Wir haben keine unabhängige Meinung von uns. Eigentlich gibt es uns in der ersten Person gar nicht, nur in der dritten Person, als die Andere uns wahrnehmen und festlegen. Die Welt kommt von außen, die Wahrnehmung scheint innen stattzufinden, aber die Wahrnehmung nimmt sich selbst wahr, das Gehirn weiß, dass es existiert und behauptet ein Ich, das scheinbar im Körper die Außenwelt wahrnimmt und darauf reagieren muss, dieses Ich ist aber selbst nur Außenwelt, alles ist Außenwelt, denn es gibt keine Innenwelt. Es gibt keine immergleiche, verantwortliche, autarke, unteilbare Instanz hier...

Das Ich ist nur ein Pappkamerad, ein Sündenbock; das Schattenkabinett der Triebe hat das Ich als Alibi aufgestellt. Man kann es nicht in ein grelles Licht ziehen und beschreiben und berechnen. Die Leute haben es nötig, dich zu beschreiben, zu typisieren - das heißt: bestimmte Eigenschaften hervorzuheben und andere (nicht erkennbare oder als irrelevant abgestempelte) zu vernachlässigen. Jede Beschreibung, jedes Urteil ist deshalb eine Vergröberung - aber man muss dieser Beschreibung und Beurteilung vertrauen, da man sonst nichts hat, dem man vertrauen könnte. Doch gerade das Unbeschriebene, das Verborgene an einer Person, das Kleine, Unscheinbare kann das Entscheidendste sein. Dies einzusehen schützt vor Idealismus und Enttäuschung und ist nicht nur für unsere Mitmenschen, sondern auch und zu allererst für uns selbst von außerordentlicher Bedeutung. Man nimmt schließlich nur jene Gedanken als die eigenen (und gewollten) wahr, die dem gewohnten Charakter entsprechen. Allein die Gewöhnung an die eigenen Gedanken und natürlich die Angst, sich zu „verlieren“, machen es anderen, „neuen“ (es sind eigentlich nur die zur Zeit schwächeren) Gedanken schwer, sich durchzusetzen (- was aber überhaupt nichts über ihre eigentliche Kraft und ihren Wert aussagt).

Ich behaupte, dass man eine Sache erst richtig erfahren hat, wenn man sie übertrieben hat und in meinen Augen drehen sich die roten, hypnotischen Spiralen meiner Überzeugungskraft: "Deine Belastungsgrenzen definieren, wer du bist, nicht dein Land, nicht deine Eltern, nicht dein Beruf." - Seit Monaten werde ich von einer sichtbar geistig behinderten Frau verfolgt, erst war ich sicher, dass es nur ein Zufall war, mittlerweile glaub ich nicht mehr so dran. Sollte ich das ernster nehmen? Heute hat sie mich am Gemüseregal angesprochen: "Alle Menschen sind ein einziger Gott, der sich verirrt hat." Ich musste sofort lachen, weil ich die letzten Tage davon geträumt habe, dass wir alle der selbe Mensch in einem anderen Körper mit einer anderen Geschichte an einem anderen Ort zu einer anderen Zeit sind. "Wenn ich mich jetzt noch erinnern könnte, was Gegenwart ist", mauschelte sie.

Die Vergangenheit ist nur noch Erinnerung, die Zukunft reine Spekulation, die Gegenwart dazwischen ist der fiktive Handlungsraum unseres fiktiven Ichs: indem wir die Gegenwart als nicht-existent begreifen, befreien wir uns von der Illusion eines stabilen Selbst. Im Wissen um bestimmte Ereignisse der Vergangenheit und auf eine bestimmte Zukunft hoffend fingieren wir ein Jetzt, mit dem wir uns direkt in Beziehung setzen. Wenn man aufhört, gegenwärtig zu sein, indem man sich bewusst macht, dass man sich immer nur erinnert und nicht wissen kann, was passieren wird, hört man auf, verantwortlich für seine Gedanken zu sein und plötzlich fühlt es sich völlig belanglos an, am Leben zu sein, so als sei das eigene Bewusstsein nur ein dummer Scherz der Materie mit sich selbst. Was hat mein Bewusstsein für einen Nutzen, wenn ich keinen Nutzen in der Welt habe? Warum sollte ich am Leben bleiben? Nur um ein paar Eksatsen zu wiederholen? Mein Serotonin-System ist, was mich nicht sterben lassen will: der Sinn des Lebens ist eine Frage nach dem richtigen Serotonin-Spiegel. Wir wollen am Leben bleiben, weil unser Gehirn am Leben bleiben will. Langeweile und Agressionen und Depressionen sind Folge eines schlechten Serotonin-Spiegels. Tut was immer dir auch hilft, deinen Serotonin-Spiegel oben zu halten!

Das Ich ist nur eine Zuckung, die wir bekommen, wenn wir darüber nachdenken, warum wir uns so und nicht anders verhalten. Ich starre eine halbe Minute auf meinen Daumennagel, ohne irgendeinen Gedanken, völlige, zeitlose Leere, "die absolute Erleuchtung", sprach der dicke Buddha und fasst mir an den Atheismus.

Der Gedanke, dass du nicht verrückt werden kannst, weil es dich gar nicht gibt, ist ein Schraubenzieher, auf den du nicht verzichten solltest, wenn du dich darüber ärgerst, dass die Leute im Kleinen Venedig so viel Lärm und Schmutz machen.

Lass dich nie beurteilen von Leuten, die mit ihrem Leben unzufrieden sind oder die noch stolz sind auf das, was sie alles erduldet haben.

Du musst akzeptieren, dass es nur Wahrnehmung gibt und kein festes Du, es gibt deshalb auch keinen Platz für dich in dieser Stadt, in der jeder etwas werden kann. Ich habe mich daran gewöhnt, "ich" zu sagen, womit ich eigentlich eine seltsame Konfrontation von Bewusstsein und Welt meine. Alle Gedanken und Gefühle und Träume und Worte sind ja nichts als Produkte, vielleicht unwesentliche Nebenprodukte von Körperfunktionen, die an den Strippen der Außenwelt hängen: meine Sinne funktionieren gut, ich nehme die Welt wahr und ich spüre, wie die Welt meinen Körper zu gewissen Dingen zwingt, wie alles was ich sehe und weiß und begehre, mich zu bestimmten Gedanken zwingt. Ich bin ein lausiger, aber lässiger Schauspieler, der versucht zu vergessen, dass er schauspielert, während sein Körper ihn am Nasenring seines Jetztbewusstseins durch die Gegend schleift.

Als Produkt meiner Organe, als Klumpen Möglichkeiten im Thüringer Spülbecken, brauche ich noch eine Hülle - und einen Kern. Die Leere, die mein Selbstwertgefühl hinterlassen wird, um mich auf den Boden der Tatsachen zu drücken, erinnert mich an meinen fetten, alkoholkranken Stiefvater, der sich jeden Abend Naturfilme anschaut oder Rock'n'Roll hört.

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Jeder Mensch wird an einem gewissen Punkt zu einem Amokläufer, man kann die Persönlichkeit eines Menschen beinahe mit dem Punkt definieren, ab dem er Amok laufen muss. Indem ich mich mit dem konfrontiere, was nicht zu mir gehört, finde ich am ehesten zu einem stabilen, glaubwürdigen Selbstgefühl.

Die Scham darüber, meinen Ekel vor meinen lieblosen Eltern zu unterdrücken, entfernt mich von der Menschheit. Es ist ja eine sehr menschliche Eigenschaft, etwas Rationales mit etwas Irrationalem bekämpfen zu wollen. Oft ist mein Gesicht so arrogant, kalt und dumm. - Etwas in mir verlangt, dass ich mich bei meiner Mutter dafür entschuldige, dass ich und nicht jemand Anderes aus ihr herausgekommen ist. Etwas in mir hat ein entsetzliches Gefühl von Schuld entzündet und etwas Anderes in mir setzt das Wort Schuld in Anführungsstriche und bald werden noch die Anführungsstriche in Anführungsstriche gesetzt und immer so weiter - bis aus all den Anführungsstrichen ein Tumor entsteht. Zum Hohn klettere ich anschließend auf deine Gorilla-Schultern und du musst mich nach Hause tragen. Die Erektion, die ich dabei bekomme, läutet den Frühling in der Stadt ein und du wirst zum Ehrenbürger ernannt, lieber Leser.

Ich sitze auf einer Parkbank und starre in den kalten, sterilen Abendhimmel und für einen Augenblick scheint es mir, dass dieser Himmel mein Leben ist, für diesen Augenblick habe ich keinen Körper mehr, keine Eigenschaften außer dieses kalte, glatte, regungslose, zweifellose, ätherische, langsam immer schwächer werdende Leuchten. Doch sogleich rumpelt meine Erinnerung wie schwere Wackersteine in den Grund des Himmels, das Fallen bürdet mir mein Ich-Bewusstsein auf, ich bemerke dass ich nicht mehr auf der Bank sitze, sondern meinem Bewusstsein hinterherstürze und währenddessen erzeugt meine Unfähigkeit mir vorzustellen, dass ich irgendwo landen werde, einen Widerstand und ich werde langsamer und langsamer, bis ich mich genau erinnern kann, was mir meine Mutter vor ein paar Jahren über ihre Kindheit erzählt hat. Meine Mutter war ein Unfall ihrer Mutter und einem Mann über den niemals geredet wurde. Sie war ein lautes, hilfloses Kind, das sich um den Dreck ihrer älteren Geschwister und ihres alkoholkranken Stiefvaters kümmern musste. Sie wollte immer Sängerin werden auf einem großen Schiff, doch ihre kalte Mutter hat es ihr verboten. Nur die Mutter ihrer Mutter hatte große Liebe für sie übrig. Sie gab ihr Kraft und Wärme und Geborgenheit. An ihrem 18. Geburtstag ist sie dann gestorben. Das ist der erste große Bruch in meinem Leben, den ich ausmachen kann - auch wenn er noch vor meiner Geburt liegt. Die Verbitterung und Kälte, die ihre Eheversuche gekostet haben, zahle ich heute noch täglich ab.

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14

Das Fleisch und die Nacht

1

Der Grabstein Europas

Es ist mitten in der Woche, ich sitze in einem immergrünen Innenhof, hier kommt der Lärm der Stadt nicht hin, die Luft ist sauber, frühlingsfruchtig, ich bin ganz weich, eine milde Euphorie in meinem Magen lässt mich zittern, der Ernst in meinem Gesicht ist leicht und lebendig wie ein flatterndes Grabtuch im Wind, ich habe mich die letzten Wochen nur von Mate-Tee, Obst und Gemüse ernährt, vielleicht bin ich der gesündeste Mensch im ganzen Land, was für ein Skandal, dass niemand weiß, wo ich bin, dass niemand weiß, wie ich zu erreichen bin, ich habe so viel zu geben, so viel Möglichkeiten mich zu beschmutzen, zu verheizen, zu lieben, doch da ist keine Hoffnung mehr in mir, bloß eine blasse Phantasie, wie die letzte Zuckung eines dehydrierten Lustbocks, ein entkernter Clown, letzte Sentimentalitäten herunterschluckend, staatstragend über alle Kanäle hinweg, zum Vorbild aller Nachbarstaaten,

dieses insomnische Land ist von allen Geistern - den guten und bösen - verlassen worden, es trägt endlich kein Schicksal auf seinen Schultern und wird von keinem getragen: es liegt einfach da, eine klaffende Wunde an einem sterbenden Tier, alles ist still geworden hier und selbst wenn die Sonne scheint wirkt der Himmel kalt, Kinder spielen mechanisch vor sich hin, so als heckten sie Strategien für ein heimliches Verschwinden aus und die schief- und krummgebogenen Eltern warten darauf, dass sie freiwillig ins Haus kommen, um gemeinsam elektronische Suppe zu schlürfen, die außer ihrer harntreibenden Eigenschaft genau so wenig zu bieten hat wie der Blick aus dem Fenster, der Blick in fremde Gesichter, der Blick in die Augen einer Person, die dich liebt,

der Zeitgeist ist ein Museum abgeschlossener, zu nichts führender, leerer Momente, mit denen sich dieses Volk pausenlos mästet, Europa eine triste Müll-deponie, eingemauert, totalüberwacht, täglich stinkende Löcher aus zusammen-gepressten Viel- und Buntheiten produzierend, ein abstraktes Denkmal, in dem unfruchtbare, gottlosen Ratten wohnen und an Krebs leiden und mit jedem Atemzug mehr Leere in sich zusammenstauen und immer kälter und dunkler werdend die Zukunft wie eine Abstellkammer mit entgeisterter Materie vollrümpeln, eine Garage in der es niemandem mehr möglich ist, etwas Bedeutung in den Raum zu geben, und Deutschland, dieser Bahnhof autistischer Gesichtszüge, wohl temperiert, sauber und grau, eine geordnete Depression, aufgeladen mit genügend trauriger Gleichmut, um die Erde hundertemale zu umkreisen, mausert sich mit kaltem Eifer zum Grabstein Europas,

und hier in diesem unschuldig blühenden Garten hinter meinem Haus welke ich meinen literarischen Heroismus in die Weltgeschichte, unfähig meine Haut zu wechseln, nehme ich endlich dieses kalte, dumme, unerschöpfliche Unheil an, das mich mit meinem Volk verbindet, und ich will nicht mehr ausweichen, nichts mehr ignorieren, niemanden mehr verachten oder verpassten Seligkeiten hinterhertrauern, sondern die Stirn meines Stolzes am Bordstein des deutschen Fatalismus aufschlagen, den Verlockungen der Blumen entsagen, die mir ihre Hoffnungen zuduften so als wüssten sie nicht, aus dem Erdreich welchen Landes sie gewachsen sind, ich will meinen Pathos-Finger tief in meinen Rachen schieben und meinen Defätismus in aller Gründlichkeit auskotzen, mein Jobcenter-Sachbearbeiter hat mir eine Erlaubnis erteilt.

2

Müdigkeit ist verdichtete Wachheit

Je müder wir uns fühlen, desto wacher, vitaler ist unser Körper - und desto unbestechlicher der "Geist", der nur ein Werkzeug des Körpers ist. Wenn wir meinen, nicht mehr klar denken zu können, denken wir am klarsten. Wenn wir meinen, nichts mehr richtig wahrnehmen zu können, nehmen wir am meisten wahr. Wenn wir nichts mehr sagen können, wissen wir am meisten. Wenn wir uns stumpf und leer und lebensmüde fühlen, sind wir extrem sensibel, reich, erfüllt, vital. Der Intellekt, den man uns antrainiert hat, weiß alle extremen Lustempfindungen umzudeuten in Unlust. Eine Zivilisation wäre undenkbar, wenn wir unsere hohe Empfindlichkeit, unsere Sinnlichkeit, unsere überquellende

Lebenslust als solche empfinden und bezeichnen würden. Wir haben sie als ihr Gegenteil vermittelt bekommen, damit wir nicht uns gegenseitig auffressen. - Doch unser Fleisch können wir mit solchem Idealismus nicht überzeugen. Es führt eine sonderbare Koexistenz mit dem, was wir soziale Not und Moral nennen.

Der Mensch erscheint mir am ehrlichsten, am liebenswertesten, wenn er am Ende seiner Kräfte angekommen ist, wenn er spürt, dass er nicht mit dem fortfahren kann, was er bisher getan hat, wenn sein Körper ihn - wie auch immer - in eine tiefe, glühende Erschöpfung herabgezogen hat. Wenn Menschen nicht mehr können, strahlt in ihren Gesichtern eine selige, düster-weise Heiterkeit. Sie keuchen, brüllen, fühlen sich verfolgt, ausgeliefert, sie brechen aus, sie brechen zusammen, sie verlieren jedes Gefühl für soziale Konventionen, sie genießen auf eine animalische Weise das Erreichen ihrer körperlichen Grenzen, sie erleben sich dabei als authentisch, das heißt: sie nehmen sich ernst, sie haben keine selbstironische Distanz zu sich, sie sind fanatisches, dampfendes Fleisch und wollen sich auflösen in einer erfrischenden, prickelnden Idee von einem Nichts. Wenn wir keine Kraft mehr haben, bildet sich in uns ein extrem klares, einfaches, unbestreitbares Selbstbild heraus und geht wie eine Blume auf im Gedanken der Selbstvernichtung. Der überforderte, auf den Boden der Tatsachen gedrückte, von keiner Ideologie erregte, von keiner Institution beschützte Körper gebärt einen grausamen, fröhlichen Ich-Schrei, der so laut tönt, dass er sich selbst frisst.

Ob jemand so lang im Kreis läuft, bis er nicht mehr kann, oder ob jemand so lang im Kreis denkt, bis er nicht mehr kann - beide Male steht ihm der selbe lustvoll-verzweifelte Ausdruck im Gesicht. - Alles was wir in dieser Gesellschaft tun, tun wir in Kreisbewegungen und wenn der Untergrund hält, bewegen wir uns darauf solang im Kreis, bis wir nicht mehr können und scheitern. Wir wollen nicht scheitern und müssen am Ende immer scheitern - und nur die Dummen und die Ironischen unter uns wollen sich damit nicht abfinden. Wer nicht scheitern will, ist nicht ehrlich. Man belügt sich und die Welt auf Kosten seines besser-wisserischen Körpers, in dem der unzerstörbare Wille zur Erschöpfung, zum Ausbrennen, zum Leerdrehen steckt, er will sich am Ende seiner Fähigkeiten aus der Welt abspalten, damit er für sich sterben kann, allein und ohne all die verkrampften, verkrampfenden Worte, die die Gesellschaft ausgeheckt hat, um ihre dürftigen Spiele mit dem Körper des Einzelnen zu treiben. Es ist gar kein stabiles, soziales Miteinander denkbar, in dem die Kreisbewegung nicht tragendes Prinzip wäre. Miteinander auskommen ist immer ein Sich-im-Kreis-bewegen. Jede andere Bewegung würde den Zusammenhalt vereiteln.

So überfordern wir uns jeden Tag ein bisschen mehr im Kreis, die Grenze unseres Selbst erscheint schmiedeisern und wir erklären uns bereit - ohne genau zu wissen warum bzw. ohne die Warums hinter den vorläufigen, provisorischen Darums zu erahnen - unser Ich als die Summe unserer Unmöglichkeiten zu definieren; und so hält sich die fiktionale Würde zusammen, die unser fiktionales Ich zusammenhält, das uns bei fiktionalem Verstand halten will. Unsere Möglichkeiten sind die Schrauben, die unsere Unmöglichkeitsmaschine Körper zusammenhält. - Alles was wir können, ist die Voraussetzung für das, was wir nicht können. Wir können atmen, und deshalb ist unser Körper in der Lage, zu scheitern. All unsere Organe versetzen uns die Lage, uns zu erschöpfen. Wenn wir nicht erschöpft sind, sind wir nicht bei uns, sind wir nicht einmal in der Welt, sind wir nur blasse Schatten, die unser Kern in die Welt wirft. - Das einzige, was meine Menschenliebe rechtfertigt, ist die Fähigkeit des Menschen, immer und immer wieder erschöpft und verzweifelt sein zu wollen.

3

Schweigend schreien

Es ist so erregend zu erleben, wie unsere Mitmenschen schreien, egal ob sie damit etwas bestimmtes erreichen wollen (Verteidigung einer Sache, Einschüchterung, ...) oder einfach aus Verzweiflung schreien, ohne an das zu denken, was nach dem Schrei kommt.

Und am schönsten ist der Mensch, wenn er vor lauter Verzweiflung gar nicht mehr schreien kann, wenn ihm der Schrei als völlig unzureichend, völlig absurd erscheint, wenn sein Leid so unendlich mal größer ist, als das ihm auch der lauteste, langanhaltendste Schrei der Welt entsprechen könnte. In der höchsten Qual wandelt sich das Bedürfnis zu Schreien in ein tiefes, unmenschliches, göttliches Schweigen und man darf nicht hoffen, dass darin ein teuflisches, infantiles, irrationales, ekstatisches Lachen erblühen wird. ----- Manche Menschen haben als Kind nie gelernt richtig zu schreien, sie waren still und gedrückt und jämmerlich tollpatschig in sämtlichen Gefühls-angelegenheiten. Ein tiefes, grauenerfülltes Schreien ist Grundlage jeder emotionalen Äußerung des Menschen. Und immer wenn Menschen, denen ein solches Schreien nicht möglich war, laut wurden, ob aus Wut oder Verzweiflung, fühlten sie sich widerlich, weil unaufrichtig - so als wären sie dazu bestimmt, für immer zu schweigen, und so ist es ihnen nie vergönnt, sich schreiend zu erleichtern, so sind sie dazu verdammt, alles was normale Menschen mit einem schmerzhaft befreienden Schreien erleiden, mit einem noch viel schmerzhafteren, allesfressenden Schweigen hinzunehmen - und je mehr sie den Schrecken ihres Daseins schweigend standhalten, desto kräftiger, tiefer, unverwüstlicher wird ihr Schweigen und bald ist ihnen alles zum Schweigen und der Bordstein ver-heißungsvoller als das Abendrot.

4

Das Fleisch vorm Spiegel

Ich sehe mich in einem großen Handspiegel an. Die Augen sind kalt und dumm und gieren nach irgendetwas, meine Haare sind lang und fettig, ein lumpiger Kinderschänder, speckig, lieblos, die Haut ist porig und schmierig und fleckig, ich sehe aus als fresse ich den ganzen Tag Fast Food. Ich halte den Spiegel parallel zum Boden und schaue von oben drauf. Meine Backen drücken sich zu den Augen hoch, jetzt bin ich noch viel fetter, es sieht aus als würde ich grinsen, das Licht kommt jetzt von der Seite und meine bösen Wangenknochen kommen zur Geltung, ich habe so ein riesiges, kantiges Gesicht, irgendeine Sperre ist da drin, als wäre mein ganzer Kopf fleischgewordenes Prinzip Unterdrückung. Ich sehe so hölzern, so pervers, so unfreiwillig komisch aus, so heruntergekommen, so müde, gleichgültig, wie ein alter Mann, der darunter leidet, süßen, sauberen Jungs nicht in ihre gesunden Ärsche ficken zu können, als wäre ich beleidigt, dass mich niemand liebt, dass niemand mit mir leben will, dass ich niemanden beeinflussen kann. Ich stelle mir vor, dass mich alle, mit denen ich bisher geschlafen habe, mit diesem Gesicht gesehen haben und der infernalische Ekel vor mir schaudert durch den ganzen Körper und sammelt sich in meinem Schwanz und ich will den Spiegel an der Wand zerschlagen, aber die schadenfrohe Macht in mir, die für mein Gesicht verantwortlich ist, hält mich zurück und der Schmerz wird immer stärker und ich leg den Spiegel brav in den Schrank zurück und geh in mein Zimmer und höre mir das Adagio aus Mahlers Neunten an und schneide mir die Haare kurz und nehme mir vor, die nächsten Tage nichts zu essen. Ich habe ein triefendes, schwarzes Loch in meinem Bauch, es kitzelt mich und ein trockenes, idiotisches Lachen drückt sich Stück für Stück aus meinem Hals heraus, das das Loch in meinem Bauch immer größer werden lässt.